Reisephilosophie

Der Plan ist eigentlich, nicht so viel zu planen…                                                                        „nur aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust aufs Reisen“ (F. Rückert)

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Ehrlich gesagt, habe ich nicht viel Erfahrung mit Fahrradanhänger. Geschweige denn 30kg zusätzlich auf einer längeren Fahrradreise mit sich zu schleppen. Eigentlich habe ich auch überhaupt keine Erfahrung mit längeren Fahrradreisen ohne Fahrradanhänger…

Mich faszinieren allerdings schon immer Fahrradreisende. In Backpackern oder Overlandstationen habe ich oft den Kontakt zu den Fahrern der Drahteseln gesucht und die Leute als sehr sympatisch und zufrieden kennengelernt. Durch das geringe Reisetempo kann man die Umwelteindrücke gut verarbeiten. Man ist auf einfachen Wegen direkt in der Natur und unter Menschen unterwegs. Hauptsächlich beeindruckt mich das unheimliche Freiheitsgefühl. Relativ einfach zu reparierende Technik, kein Sprit oder Öl, überschaubare Ersatzteile des Velos. Der Wille und die eigene Kraft bringen einen ans Ziel (https://windtramp.org/2015/03/10/reisen-oder-gereist-werden-von-stefan-zweig-1881-1942/)- das ist für mich heute noch der Schmierstoff der Reiseträume. Ganz nach H.D. Thoreau: „Vereinfache das Leben.“

Hinzu kommt noch eine sportliche Leidenschaft bei der manDSC_2795 mit Wind und Wasser im direkten Kontakt steht: Kitesurfen. Das Warten auf den Wind, der einen mit seinem starken Atem über das Wasser zieht. Ein neuer Spot. Der erste Eindruck des Wassers. Die eigene Verfassung, die am Ende der Natur immer unterlegen ist. Die Kraft des Windes und der Welle zu spüren. Viele Faktoren machen jeden Ritt besonders und lehrreich. Jede Session ist anders und einzigartig.

Eine weitere Faszination geht von dem einfachen und unabhängigen Reisen aus. Selbst entscheiden zu können wohin man fährt und sich so zu fühlen, als wenn man auf der ganzen Welt zuhause wäre. An interessanten Orten länger bleiben zu können. Mit Zelt und all seinem Sack und Pack in den Taschen. Nur das, was man wirklich benötigt kristallisiert sich heraus. Los gehts 🙂

Diese drei Dinge: Fahrrad, Kitesurfen und Reisen miteinander zu verbinden geisterte lange in meinem Kopf herum. Oft lag es an einfachen Hindernissen das Vorhaben zu verwerfen. Nur, weil es niemand anderes macht, halten wir es für absurd und unmöglich. Aber das Motto „ich habe nicht gewusst, dass es nicht funktioniert, dann habe ich es probiert und es hat geklappt“ werde ich wohl erst danach bewerten können. War es eine Schnappsidee mit dem Fahrrad und Anhänger (Kiteausrüstung) los zu fahren?

Die Reise soll Mitte August 2015 starten und zum Eingewöhnen über das ebene Frankreich, entlang am Rhein und Rhone an die Mittelmeerküste führen. Anschließend geht es weiter nach Spanien. An der spanischen Südküste geht der Weg eine Weile Richtung Westen bis dieser in Tarifa am Atlantik endet. Das Ende der Reise ist offen, man wird sehen wie lange Kopf, Herz und Hand halten und wo einen der Wind hintreibt.

Schön wirds allemal unterwegs zu sein, Neues zu lernen und das Unbekannte zu „erfahren“.

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Eine Antwort zu Reisephilosophie

  1. Löhr Stefan schreibt:

    Respekt! In Gedanken bin ich immer mit dabei. Auf das alles gut geht. Sehr gerne wäre ich mit dabei- nur leider steht bei mir die Arbeit dazwischen. Coole Sache!!! Viel Spaß!!

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