Kanaren – Rote Haie auf Fuerteventura

P1000405Als ich mit der Fähre in Corralejo im Norden Fuerteventuras ankomme, habe ich gleich ein gutes Gefühl. Ein Gefühl, als ob hier ein Ort sein könnte, an dem ich länger bleiben werde. Ein Ort um einiges zu lernen und auch um etwas Geld für die Weiterreise zu verdienen. Nach ein paar Tagen der örtlichen und geistigen Orientation mache ich mich auf mit meinem Lebenslauf in der Hand. Restaurants, Hotels, Bars, Kiteschulen, Elektrikerbetriebe, … klappere ich ab. Es macht Spaß nach Möglichkeiten zu suchen und es ist bemerkenswert welches Mitgefühl man bei der Jobsuche erhält. Auf der Straße lerne ich Lucas kennen. Der Schreiner benötigt gelegentlich auf seinen Baustellen einen Elektriker. Auf dem weiteren Weg durch Corralejo „fahre“ ich Nico über den Weg. Der Belgier betreibt eine Bar. Leider hat er im Moment keine Arbeit, da die Saison erst wieder ab Ostern losgeht. Allerdings wird er mein erster Sponsor. Seitdem zieren drei Sticker den Anhänger und das Fahrrad. Der Tag vergeht wie im Flug. Doch das Beste kommt noch – die Kiteschule (und -shop) Redshark Fuerteventura (http://www.redsharkfuerteventura.com/v2/ds/home.html). Das Rolltor vor der Eingangstür des Geschäfts ist halb verschlossen und ein Schild hängt daran: heute wegen Umzug geschlossen. Das hält mich aber nicht davon ab Hallo zu sagen. Die Inhaberin Petra lächelt mich an und es stellt sich heraus, dass die nächsten Tage ein Elektriker und Handwerker gebraucht wird, da die Kasse und viele Dinge im Geschäft einen neuen Platz bekommen sollen und der Raum effizienter genutzt werden soll. Wir, d.h. Petra, Kuky, Cuchillas, Oliver (ein anderer Oliver) und ich werkeln bis in die Nacht und die gemeinsame Arbeit macht Spaß. Danach geht es noch in eine Bar und man konnte sich ein bißchen besser kennenlernen.

Q62_7130-Nik-2Die darauf folgenden Tage sind mit ähnlichen Arbeiten verbunden. Schnell lerne ich auch, dass es wichtig ist jeden Tag im Wasser gewesen zu sein. Petra weist mich nach einigen Tagen darauf hin, dass ich doch erst Kiten gehen soll und danach die Arbeit machen 😉 Gesagt, getan: So mache ich mich mit Alex auf dem Weg ins angenehme Nass. Früh am Morgen wartet ein einsamer Spot auf uns. Der Wind weht den Sand auf die Straße. Die Sonne geht über dem Meer auf und die Dünen und die übrige Vegetation zeigen ihr Antlitz: trocken, rauh, sandig, felsig, windig und salzig… eine schöne Zeit auf dem Wasser. Leider beschehrt uns der Ostwind ein paar Tage später sehr unbeständigen Wind. Unsere Kites stürzen ins Meer. Die Felsen am Ufer lassen die Schirme glücklicherweise unverletzt doch die Wellen reiben die Leinen durch den scharfkantigen Fels, sodass meine Bar danach nur noch zwei statt vier Leinen besitzt. Nach der Zeit auf dem Wasser lässt es sich gut schlafen. Das Zelt baue ich nach einigen Nächten nicht mehr am Stadtrand auf, sondern im Hinterhof des Kitegeschäfts. Ich kann hier mein Rad und meine Fahrradtaschen lassen und mein Kite-Equipment im Material-Container der Schule verstauen. Jeden Tag erscheint sich etwas Neues zu entwickeln – ich lerne die Crew kennen, zusätzliche Arbeiten in der Kiteschule, Elektroarbeiten bei Angestellten von Redshark, ….

IMG_8723Nach einigen Tagen kann ich den Bus der Schule benutzen um einen Abstecher in das westlich gelegene Cortillo zu machen – wunderschöne lange Sandstrände eingerahmt von Felsen der Vulkanhistorie. Eine Welle nach der anderen bringt den Surfern viel Spaß und die Sonne legt sich langsam ab. Ein magischer Ort. Die Insel scheint nicht nur wegen ihrer Geschichte viel Energie zu haben. Die Menschen können hier den Sport machen, den sie lieben: Surf, SUP und Kite. Gepaart mit einem ganzjährigen milden Klima, das erlaubt jeden Tag im Meer und im Freien zu sein. Das Prinzip „reduce to the max“ scheint hier aufzugehen. Um zu leben benötigt man an diesem Ort nicht allzu viel und das scheint einem viel Freiheit zu geben seiner Priorität nachzugehen – dem Sport, der Kunst, dem Leben.

IMG_8779Mein Zelt tausche ich nach Paar weiteren Tagen in eine neue Schlafmöglichkeit ein. Eine etwa 4m² große Holzhütte hinter dem Kitegeschäft soll das neue „zu Hause“ werden. Vor einigen Jahren als Art Kiosk verwendet um neben der Straße Kite- und SUP-Kurse an den Mann zu bringen, fristet die Hütte heute nur noch wenig Aufmerksamkeit. Dementsprechend sah es in dem Häuschen aus. Ich investiere einen Tag in Reinigung und Anfertigung eines Tisches zum Kochen und abklappbaren Bett. Das benötigte Holz war nach der Renovierung des Geschäfts übrig geblieben.

 

In der Zwischenzeit kann ich den Kitekursen beiwohnen, die für das Erlernen der Kitekontrolle und der Sicherheitselemente anfänglich auf dem Strand stattfinden. Danach folgen weiteren Einheiten auf dem Meer mit dem Boot. Hier haben die Schüler mehr Platz und Zeit sich auf konkrete Verbesserungen zu konzentrieren. Die unterschiedlichen Terrains der Schulung verlangen aufwendigere Vorbereitung der Kitestunden. Meine schlechten Bootserfahrungen während der Zeit auf dem Segelboot nach Lanzarote relativieren sich in der Zeit auf auf dem Boot der Kiteschule. Anfänglich bin ich nach den Bootstunden noch sehr müde. Dieses Phänomen wird sich aber nach einigen Tagen verbessern.

Ich wünsche ein gesundes, neues Jahr 2016.

Hier gehts zur Bildergalerie: https://windtramp.org/2016/01/05/kanaren-bilder-rote-haie-auf-fuerteventura/

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