Mexiko – la banda de Ikarus

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Wir, d.h. das gesamte Ikarus-Kitelehrerteam, feierten Sylvester sehr ausgelassen. Gegen Nachmittag des 31.Januars strich der Wind für das alte Jahr die Segel. In unserer Küche, auch genannt die Insel, weil wir uns dort immer zurückziehen können und der Tag dort mit dem Frühstück begonnen und dem Abendessen beendet wird, fanden wir uns ein. Wir unterhielten uns wie immer sehr umfangreich, ausführlich, interessant und lustig, bevor die Idee aufkam in die Stadt Puerto Morelos zu fahren. Dort angekommen, kam das Motto auf „Today we party, tomorrow we kite“, da wir uns den Neujahrstag mit Kitekursen freigehalten haben. Gut gestärkt nach dem Abendessen beim Italiener ging es direkt an den Malecon, die Strandpromenade, wo reichlich Menschen und Musik in bester Stimmung warteten. Dort präsentierten wir unsere einstudierte Akribatiknummer aus, die sonst nur im Dschungel aufgeführt wird. Bei angenehmen 25 Grad und einer erfrischenden Karibikprise liesen sich die Hüften geschmeidig schwingen. Das tanzende Kitestructor-Team wurde danach, in das bis dahin mit sitzenden Gäste volle Restaurant eingeladen. Der Wirt machte Platz vor der Livemusik um uns eine Tanzfläche anbieten zu können. Mit zunehmender Zeit kamen immer mehr Menschen um zu tanzen und die Feier nahm bis 8 Uhr morgens ihren Lauf. Das Motto wurde am Neujahrstag fortgesetzt. Nachdem jeder wieder bei Sinnen war wurde die Kites gegen späten Nachmittag aufgepumpt und bis zum Sonnenuntergang gekitet. Auf der letzten Fahrt mit dem Kite zum Ufer schienen die letzten Sonnenstrahlen des Neujahrtags die Wolken von unten mit einem leicht rötlichen Ton an. Die Wolke hatte durch das genannte Sonnenlicht die Form eines riesigen Tores. Zeitgleich begleiteten eine Schar von Hunderten von Vögeln. Es schien, dass sie fliegend kommunizieren, da die Flugmanöver harmonisch wirkten und alle wüssten wohin geflogen wird, da die Richtungsänderungen nahezu gleichzeitig passierten. Als ich mich mit dem Kite näherte hatte ich zuerst Bedenken einen der Vögel mit dem Kite zu berühren. Doch die Vogelschar nahm mich kurz auf, sodass der Eindruck entstand, dass wir gemeinsam aus einer riesigen Höhle herausfliegen. Nachdem ich den Schirm gelandet hatte war es bereits finster. Dankbar sah ich auf die Lagune hinaus. Das neue Jahr startete mit einem tollen Ereignis.

Hängematten

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David unser italienischer Chefkoch.

und Zelte stehen auf dem Dach der Bungalows. Über ihnen breitet sich ein grosses Holzdach aus, das uns bei starken Regenfällen schützend umgibt. Die Seitenwände sind frei, sodass genügend Wind eindringen kann und man die Sonne aufgehen sieht. Am Morgen lädt David zum Yoga ein oder man schländert in die „Insel“ und trinkt seinen Tee oder Kaffee dort oder im Freien am Meer. Falls vor den Kitekursen etwas anfällt, ist man gerne bereit es zu erledigen. Das Motto „wenn ich etwas sehe, was es zu erledigen gilt packe ich an“ hat sich bisher bestens bewährt. So wie der Tag am Morgen auf der Insel beginnt, schliesst dieser dort mit unterschiedlichsten Gesprächsthemen (von Sprungtechniken des Kitesurfens bis zum Vergleich verschiedener Lebenskonzepte). Die Gesprächsrunde birgt interessante Gesprächspartner. In unserer Gruppe befindet sich ein ehemaliger nationaler Billiardmeister, ein Piloten, einer, der mit 20 in Kolumbien geheiratet hat, ein erfahrenen Tauchlehrer und ein Kaffeemacher. Ich bin sehr froh teil dieser bereichernden Gruppe zu sein und ich möchte mir nicht vorstellen, wie es wohl in geraumer Zeit aussieht, wenn unser Weg in verschiedene Richtungen führen wird. Vielleicht ist es so, wie Nico, unser Schweizer, sagte, die Gruppe und unser Gemeinschaft ist so stark, weil wir alle frei sind, d.h. frei zu entscheiden ob und wie lange ich hier meine Zelte aufschlage.

Über die Weihnachts- und Neujahrszeit arbeiteten wir hart. Teilweise 8 Stunden im Wasser. Man hat den Neoprenanzug am Tag länger an als die Short. Doch mit dieser Gruppe macht es sehr viel Spass zu arbeiten. Insofern empfinde ich die Tätigkeit als Kitelehrer weniger als Arbeit, im wortwörtlichen Sinn. Sieht man die Augen, einer Person, die zum ersten Mal die Kraft des Kites spürt, auf dem Brett steht, das Gleiten auf dem Wasser wahrnimmt und die Geschwindigkeit und Leichtigkeit erfährt, schenkt das einem ein tolles Gefühl.

 

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Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf

In der windstillen Zeit, bereits im neuen Jahr hatte Adrian (unser Argentinier) die Idee, den Tag mit Wakeboard zu beginnen. Gesagt, getan schnappten wir uns ein Seil, ein Brett und den Jetski und legten los. Die ganze Ikarusbande (la banda de ikarus) experimentierte, wie man sich auf dem Wasser gezogen von einem potenten Jetski fortbewegen kann.

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Das Rad ist gut geschützt vor Wind, Salz und Sonne.

 

 

 

 

 

Im April möchte ich weiterfahren mit dem Rad. Ich hoffe, ich werde einen Weg durch Zentralamerika Richtung Panama finden. Im Moment fühle ich mich sehr wohl in Ikarus. Bevor ich ankam, war ich mir nicht sicher, ob ich wieder als Kitelehrer tätig sein möchte. Als ich allerdings an dem Ort mitten im Dschungel, weit ausserhalb der Stadt, antraf waren diese Gedanke wie weggewischt. Hinzu kommt, dass sich die Gruppe so toll entwickelte, dass jeder Tag eine Bereicherung ist. Nichtsdestotrotz freue ich mich auch auf die Weiterreise. Bei einem der letzten Abendessen sassen wir stundenlang vor der Südamerikakarte und schwelgten gemeinsam an bereits bekannte und unbekannte Orte. Dieser Ausblick barg viel Energie in sich. Mit auf der Weiterfahrt werden definitiv weniger Dinge sein. Einen Kiteschüler, der aus Deutschland anreiste, gab ich meine grosse Kamera mit den Objektiven sowie meinen defekten Laptop mit. Insgesamt erleichterte ich mich um ca 15% meines gesamten, mitführenden, materiellen Besitzes. Die geringe Verwendung der Sachen rechtfertigte den Besitz nicht mehr.

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3 Antworten zu Mexiko – la banda de Ikarus

  1. Eleonore Janka schreibt:

    Hallo Oliver,danke für Deinen ausführlichen Bericht mit den tollen Fotos.
    Wieviel Kiteschüler habt ihr und kommen die aus umliegenden Hotels?Interessieren würde mich auch die momentane Luft-und Wassertemperatur.Wir hatten gestern in München -15Grad,heute Nacht hat es geschneit.Freue mich auf Deinen nächsten Bericht!Liebe Grüße Lore

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  2. Elfi Zucker schreibt:

    Hallo Oliver. Alles Liebe und Gute nachträglich zum Geburtstag wünsche ich Dir.
    Deine Berichte sind einfach Klasse. Genieße Dein Leben und lass es Dir gut gehen.
    Ganz liebe Grüße Elfi.
    PS.: Befinde mich gerade bei Deinen Eltern.

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  3. Heubeck Andrea schreibt:

    Ola Oli, natürlich auch von Robby und mir a gsund`s neues und alles Liebe zum Geburtstag Sorgen brauchen wir uns ja keine machen dir scheint´s gut zu gehn wir hoffen es geht so weiter viel Spass und eine tolle Zeit von Robby und Andi

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