Mexiko – Die Reise ruft!

Und dann blieb ich zurück im Dschungel und schlief dort. Alle haben sie sich verabschiedet, sehr herzlich, ehrlich und schön hat sich jeder auf seine Weise verabschiedet. Die gesamte Verabschiedung dauerte zurückblickend fast zwei Tage und endete hier im Dschungelhaus eines Freundes. Am Abend zuvor a$, trank und tanzte das ganze Ikarus-Team bis in die Nacht hinein in Puerto Morelos. Es glich einer Zeremonie im Tanz. Ohne Worte wurde in der Bewegung mit der Zeit und Musik ein Kreis gebildet. Methode und Ablauf wurden mit paraverbalen Signalen der Gestik und Mimik kommuniziert. Ohne Worte eine Methode erklären, dass sollte man in der Schule einmal machen 😉 Bewunderung und Lästigkeit, Verabschiedung und Entstehung der Freundschaften wurden im Tanz nochmals erfahren. Spät in der Nacht fuhren wir zu neunt eng aneinander gequetscht tief hinein in den Dschungel zu dem Anwesen von Alex. Am nächsten Nachmittag blieb ich zurück. Es war ein umgedrehter Abschied.

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Abschiedsbild vom Dschungelhaus

Eigentlich , so fühlte es sich an, verlies ich doch die Gruppe und nun blieb ich zurück im Haus und alle anderen gingen. In diesen Tagen durfte ich den Dschungel erfahren. Es entsteht eine enge Verbundenheit mit der Natur. Insbesondere in der Nacht ersetzt die Akustik immer mehr das Auge. Vogel, Echsen, Affen, der Wind im Geäst, Rascheln und herabfallende Äste spühlen die Ohrmuschel mit ungewohnt neuen Eindrücken. Es herrscht eine angenehme Frequenz im Dschungel, die sehr wohltuend und energiereich ist. Ebenso ist das Klima durch die starke Vegetation am Tag angenehm, obwohl es ausserhalb über 30 Grad hat. Am nächsten Morgen lasse ich die Tür ins nicht vorhandene Schloss fallen und mache mich auf bei unter 10 Metern Sichtweite ins Dickicht und sehr frischen Temperaturen zurück auf die Strasse zu finden.

Seit drei Monaten bin ich nun auf Isla blanca in der Kiteschule Ikarus. Man kennt, übertrieben gesagt, fast jeden Stein in der Lagune. Jedoch ausserhalb dieser Blase kenne ich nichts von Mexiko. Ich bin daher schon gespannt, was mich in der nächsten Zeit erwartet. Ich hoffe die Menschen empfangen mich herzlich und helfen mir beim Finden des Weges oder Essen und erzählen mir Geschichten über ihr Mexiko. Ich

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Die Kiteschule nochmal aufgeräumt.

habe ein gutes Gefühl. Dieses Gefühl sagte mir auch, dass es Zeit ist jetzt zu gehen, weiter zu ziehen und die Zelte abzubrechen. Eigentlich wollte ich bis April bleiben, aber das ist schwer zu planen. Vor einigen Tagen begann ich das Rad zu putzen und die letzten Dreckfragmente aus Kuba zu eliminieren. Dabei flog mir auch ein kaputter Schalthebel entgegen. Einige windlose Tage konnte ich dann eben auch nutzen mich gedanklich auf die Weiterfahrt vorzubereiten. Die Arbeit in der Kiteschule konnte zu einen runden Abschluss und mit schönen letzten Kursen zurückgelassen werden.

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Strassenszene

In den ersten Tagen fällt einem die aufmerksam ruhige und zurückhaltende Art der Mexikaner auf. Oder besser gesagt der Menschen in Yucatan. Sehr ruhig und gemählich geht es in den Dörfern zu. Ein wenig erinnert mich die Szenerie auf dem Land an Kuba. Die Häuser, die kleinen schwierig zu findenden Einkaufsmöglichkeiten in Wohnhäusern versteckt und die ruhige Art erinnerte mich zurück. In den Gesprächen sehe ich zufriedene Yucataner. In Kuba lief ein sich vertiefendes Gespräch oftmals an Exilgedanken hinaus. Glück oder Zufriedenheit hat wohl etwas mit der Möglichkeit des ‚Wählen könnens‘ zu tun. Jedenfalls fühle ich mich pudelwohl in Yucatan. Eine Woche zurückversetzt hatte ich keine Kraft mehr Kitekurse zu geben. Jetzt akklimatisiere ich mich in passenden Bedingingen mit wenig Verkehr und Steigungen sowie noch angenehmen Hitzeverhältnissen. Kraftlos so erscheint es ist man anscheinend partiell und nicht generell.

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Die Ukulele kommt zum Einsatz.

Ebenfalls schallte mir in den ersten Tagen das Wort ‚Gringo‘ entgegen und zwar von einen winzigen Zwerg. Dieser Ausdruck stammt aus einem ehemaligen Krieg zwischen Amerika und Mexiko. Die Amerikaner trugen damals grüne Uniform und die einheimische Bevölkerung rief ihnen ‚green go‘ zu, was soviel heisst wie,  ‚Grüner zieh Leine‘. In San Andres quartierte mich das Dorfoberhaupt neben der Grundschule ein. Gut, dass es bereits Samstag war da mein Zelt direkt vor dem Eingang  in die Klassenzimmer stand. Die Kinder lernen dort ab dem 5. Lebensjahr an Spanisch, da die Maya grundsätzlich ihre eigene Sprache haben. Die Erwerbsmöglichkeiten auf dem Land belaufen sich hauptsächlich auf die Eigenversorgung sowie diverser Leensmittelverkäufe in die Stadt. Ausserdem kam die Ukulele gleich zum Einsatz. Ich hoffe während der Reise Fortschritte zu machen um diese Sprachmöglichkeit besser zu nutzen.

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Chichen Itza, die Stufenpyramide.

Yucatan, d.h. natürlich auch die kulturell wertvollen Mayastädte um Chichén Itza und Ek Balam zu besuchen. Auf der Yucatan-Halbinsel befinden sich im Boden Wasserspeicher und dieser Umstand verbunden mit einem angenehmen Klima und seltsamen Dingen, die sich nachts am Himmel abspielen bewogen die Menschen damals dazu sich hier niederzulassen. Sie errichteten grosse Gemeinschaftszentren, die Plätze zum Wohnen, für Zeremonien, Erholung, Spiel und Ernährung boten und eingebettet und im Einklang mit der Natur waren. Hält man sich das vor Augen, so traut man sich das Adjektiv ‚modern‘ für die Beschreibung unser heutigen abendländischen Gesellschafts- und Lebensform fast nicht mehr in den Mund nehmen.

Die Richtung ist relativ klar vorgegeben. Zuerst süd-westwärts Richtung Pazifik und dort angekommen reihen sich die zentralamerikanischen Länder wie eine Perlenkette in hauptsächlich südlicher Ausdehnung aneinander – bis dann irgendwann Panama kommt. Wir werden sehen wie weit die Reifen rollen.

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2 Antworten zu Mexiko – Die Reise ruft!

  1. Eleonore Janka schreibt:

    Hallo Oliver,vielen Dank für die Fotos mit Untertiteln.Einmalig!!!Wie lange willst Du noch im“Paradies“,wie Du schreibst,bleiben??Hoffe,Du kannst Dich in Bayern wieder akklimatisieren!!!Vielleicht arbeitest Du dann hier nicht mehr als Lehrer,sondern hältst Vorträge über Deine Erlebnisse!! Liebe Grüße. Lore

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  2. Elfi Zucker schreibt:

    Hallo Oliver, ich ganz begeistert von Deinen Erlebnissen.
    Bleib gesund und fit und munter für Deine weitere Reise.

    Ganz liebe Grüße Elfi

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